37242 Bad Sooden-Allendorf

Hardtstraße 36, 37242 Bad Sooden-Allendorf
Tel.: 05652 – 55 0, FAX 05652 – 55 870

Informationen zu Krankheiten
Weitere Medizinische Informationen und Links - auch speziell von
 
der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner - finden Sie hier

Schlaf-Apnoe-Syndrom

Risikofaktor für Schlaganfall

von Dr. med. Carsten Schröter

 
Schlaf-Apnoe-Syndrom – was ist das?

Eine Apnoe ist ein Atemstillstand. Ein Schlaf-Apnoe-Syndrom bezeichnet also ein Zustandsbild von wiederholten Atemstillständen im Schlaf. Genauer bezeichnet das Schlaf-Apnoe-Syndrom einen Schlaf mit mindestens 10 Atemstillständen von mindestens 10 Sekunden Dauer innerhalb einer Stunde. Aber auch schon fünf und mehr obstruktive Apnoe n von mehr als zehn Sekunden Dauer pro Stunde Schlaf können ein obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom darstellen, wenn der Patient weitere diagnostische Kriterien erfüllt wie beispielsweise übermäßige Tagesschläfrigkeit. 

Etwa 2 bis 3 % der Bevölkerung sind vom Schlaf-Apnoe-Syndrom betroffen. Dabei sind Männer weitaus häufiger betroffen als Frauen, überwiegend die Altersgruppe der 40- bis 65jährigen Männer. 

Sehr häufig sind Patienten mit Schlaf-Apnoe-Syndrom Schnarcher. Während des Schlafs entspannt sich beim Menschen die gesamte Muskulatur. Bei Personen mit so genanntem obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom führt dies zu einer starken Erschlaffung auch der Gaumen- und Rachenmuskulatur und Rückverlagerung der Zunge während des Schlafs. Dadurch werden die Atemwege verlegt (= Obstruktion), der Betroffene bekommt keine Luft mehr. Als Folge davon wiederum sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut ab. Dies wird vom Gehirn wahrgenommen, es folgt eine Weckreaktion, und Stresshormone werden freigesetzt. Die Weckreaktion ist lebenswichtig, um nicht zu ersticken. Die sich immer wiederholende Weckreaktion verhindert aber, dass der Patient tiefe Schlafstadien erreichen kann. Der Schlaf bleibt oberflächlich. Ein erholsamer Nachtschlaf kommt also nicht zustande. Durch die Weckreaktion wird die Muskulatur wieder angespannt, die Atemwege sind wieder frei, die normale Atmung setzt wieder ein.

 

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom erhöht das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere Bluthochdruck. Weiter wurde in einer Studie gezeigt, dass bei Patienten mit unbehandeltem Schlaf-Apnoe-Syndrom das Risiko von KFZ-Unfällen dreifach gegenüber einer Kontrollgruppe ohne diese Schlafstörung erhöht ist. 

 

Schlaf-Apnoe-Syndrom und Schlaganfall

 

Insgesamt wird angenommen, dass das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS), die häufigste Form schlafbezogener Atmungsstörungen, bei 2 bis 3%  der Gesamtbevölkerung vorkommt, dagegen bei 45 bis 70% der Schlaganfall-Patienten in der Akutphase.

 

Obwohl das Schlaf-Apnoe-Syndrom schon länger als Risikofaktor für Herzinfarkt und koronare Herzkrankheit (KHK) belegt ist, war vor wenigen Jahren  noch relativ wenig bekannt über die Häufigkeit bei Patienten mit Durchblutungsstörungen des Gehirns. Mehrere Untersuchungen legen inzwischen den Zusammenhang von Schlaf-Apnoe und Schlaganfällen nahe. Ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI, Zahl der Atemstillstände oder Phasen verminderter Atmung pro Stunde) von über 10 als Messwert mit Hinweis auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom wurde beispielsweise von Bassetti und Aldrich in einer Studie aus dem Jahre 1999 bei der Gruppe der Schlaganfall-Patienten in 62,5% der Fälle, aber nur bei 12,5% der vergleichbaren Kontroll-Personen erfasst. Die weitere Analyse identifizierte Alter, Übergewicht und Diabetes wie auch die Schwere des Schlaganfalls als unabhängige Vorhersagefaktoren (Prädiktoren) eines Schlaf-Apnoe-Syndrom s.

 

Die Schlaf-Apnoe bedingt Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen sowie Verdickungen der inneren Anteile (Intima-Media-Komplex) der Arterien, die das Gehirn versorgen. Auch finden sich öfter Einlagerungen (Plaques) in den hirnversorgenden Arterien bei Patienten mit Schlaf-Apnoe als bei Personen ohne diese Atemregulationsstörungen im Schlaf. Noch gibt es keine genauen Daten über die Auswirkungen des Schlaf-Apnoe-Syndroms nach dem Schlaganfall, Patienten ohne Apnoen scheinen sich aber besser von den Folgen des Schlaganfalls erholen als Patienten mit. Ermüdungserscheinungen, depressive Störungen und allgemeine Antriebsschwäche scheinen bei den Patienten mit Schlaf-Apnoe. 

Schlaf-Apnoe-Syndrom – Symptome und Warnzeichen 

Der Patient wird oft bereits von seinem Partner auf lautes Schnarchen mit unregelmäßigen Atempausen hingewiesen. Zudem fühlt sich der Patient morgens nicht erholt, abgeschlagen, berichtet über Kopfschmerzen. Die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit lässt nach. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen treten auf. Bei monotonen Tätigkeiten, z.B. beim Autofahren oder Fernsehen, wird eine vermehrte Einschlafneigung bemerkt.  

Risikofaktoren für ein Schlaf-Apnoe-Syndrom sind Übergewicht und ein vergrößerter Halsumfang wie auch Schilddrüsenunterfunktion.  

Schlaf-Apnoe-Syndrom - Folgen 

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom erhöht das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere Bluthochdruck. Weiter wurde in einer Studie gezeigt, dass bei Patienten mit unbehandeltem Schlaf-Apnoe-Syndrom das Risiko von KFZ-Unfällen dreifach gegenüber einer Kontrollgruppe ohne diese Schlafstörung erhöht ist.  

Schlaf-Apnoe-Syndrom - Diagnostik 

Ein Schlaf-Apnoe-Syndrom sollte besonders in Betracht gezogen werden bei Personen, die stark schnarchen, übergewichtig sind, erhöhten Blutdruck haben und eine über vermehrte Tagesmüdigkeit, beispielsweise auch Sekundenschlaf beim Autofahren berichten.  

Durch mobile Rekorder kann eine aussagekräftige Basisdiagnostik durchgeführt werden. Dabei werden der Atemfluss und das Schnarchen durch Messfühler unter der Nase, die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung durch einen Fühler an einem Finger erfasst. Zusätzlich wird die Körperposition durch die Lage des Rekorders und die Bewegung von Brustkorb und Bauch durch Gurte festgestellt. Ergibt sich durch diese Diagnostik der Hinweis auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom, erfolgt die definitive Untersuchung im Schlaflabor.   

Schlaf-Apnoe-Syndrom – Therapie 

Wichtige einfache Therapiemöglichkeiten sind Gewichtsabnahme, Vermeidung von Alkohol und Schlafmitteln. Bereits eine Minderung des Körpergewichts um 10% vermindert statistisch die Zahl von Apnoen oder Hypopnoen um ein Viertel! Bei leichten bis mäßig ausgeprägten Schlaf-Apnoe-Syndromen kann durch Gebiss-Schienen, die den Unterkiefer leicht nach vorne ziehen, eine Besserung erreicht werden. Bei leichten Störungen kann das Medikament Theophyllin ausreichend sein. Auch operative Maßnahmen am Gaumensegel oder bei großen Tonsillen („Mandeln“) Entfernung dieser können eine Verminderung der Zahl der Apnoen erreichen, der Einsatz operativer Maßnahmen ist aber sehr umstritten.  

Durch eine Maskenbeatmung (CPAP-Beatmung) in der Nacht, die einen positiven Druck im Rachenring aufrechterhält, dadurch ein Erschlaffen der Rachen- und  Gaumenmuskulatur und Verschluss der Atemwege verhindert, lässt sich ein schweres Schlaf-Apnoe-Syndrom gut behandeln. Hierbei wird eine Maske über der Nase angebracht. Die Geräte wurden in den letzten Jahren dergestalt weiterentwickelt, dass sie heute sehr leise sind und gut vertragen werden. Diese Therapie gilt heute bei schwerem Schlaf-Apnoe-Syndrom als Behandlungsform der Wahl. Die Patienten können nachts wieder frei atmen und sich im Schlaf wirklich erholen. 

Schlaf-Apnoe-Syndrom – was tun wir in der Klinik Hoher Meissner?

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom wird als Risikofaktor für Schlaganfälle angesehen. Bei Patienten, bei denen sich der Verdacht auf diese schlafbezogene Atemregulationsstörung ergibt, wird eine Untersuchung mit einem mobilen Rekorder (Somnocheck®)als aussagekräftige Basisdiagnostik durchgeführt. Wie oben beschrieben werden der Atemfluss und das Schnarchen durch Messfühler unter der Nase, die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung durch einen Fühler an einem Finger erfasst. Zusätzlich wird die Körperposition durch die Lage des Rekorders und die Bewegung von Brustkorb und Bauch durch Gurte festgestellt. An dem der Ableitung folgenden Tag wird die Untersuchung ausgewertet. Ergibt sich durch diese Diagnostik der Hinweis auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom, erfolgt die abschließende Untersuchung und ggfs. Einleitung einer Therapie in einem Schlaflabor, entweder am Heimatort des Patienten oder im Schlaflabor des Kreiskrankenhauses Eschwege (Leiter: Dr. med. Stumpner, zertifiziert durch die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, DGSM).   

Eine Reihe neurologischer Erkrankungen können zu einem Schlaf-Apnoe-Syndrom führen. Hierzu gehören wiederum Schlaganfälle, aber auch Parkinson-Syndrome und neuromuskuläre Erkrankungen, wie die amyotrophe Lateralsklerose, Post-Polio-Syndrom, myotone Dystrophien.

 von Dr. med. Carsten Schröter

Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner
Arzt für Neurologie
Physikalische Medizin, Rehabilitationswesen

Weitere Medizinische Informationen
und
Links für Patienten und Interessierte –
von Amyotrophe Lateralsklerose bis zur Therapie der spastischen Spinalparalyse -
finden Sie hier

Sagen Sie uns ruhig mal Ihre Meinung!
Oder stellen Sie Ihre Fragen -
klicken Sie uns hier an...

Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html

Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.

Weitere Fragen? Ihre Meinung?
Schicken Sie uns eine E - mail

Dr. Carsten Schröter

Tel.: 05652 – 55 861, FAX 05652 – 55 814

Klinik Hoher Meissner
Hardtstraße 36, 37242 Bad Sooden-Allendorf
Tel.: 05652 – 55 0, FAX 05652 – 55 870

Impressum · · Anfahrt

Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.